
About this Episode
MakaBar kommen aus Erfurt und bezeichnen ihren Stil selbst augenzwinkernd als „Pogo-Ska aus dem Bratwurstland“. Das trifft die Sache ziemlich gut: Tanzbare Offbeats treffen auf druckvolle Rockgitarren, eine energiegeladene Bläsersektion und deutschsprachige Texte, die mal humorvoll, mal bissig und gelegentlich auch überraschend ernst ausfallen. Die fünfköpfige Band bewegt sich damit irgendwo zwischen Ska-Punk, Punkrock und einer ausgelassenen Liveparty, ohne dabei auf eine eigene Handschrift zu verzichten.
Mit „Hinlänglich belegt“ legen MakaBar nun ihr zweites Album vor. Es erscheint fünf Jahre nach „Die Platte!“ und enthält zehn neue Songs mit einer Gesamtspielzeit von knapp 35 Minuten. Damit ist das Album angenehm kompakt ausgefallen: Es gibt keine unnötigen Längen, sondern schnelle Rhythmen, eingängige Refrains und jede Menge Energie. MakaBar verlieren kaum Zeit und spielen ihre Stärken konsequent aus.
Musikalisch orientiert sich die Band an deutschsprachigem Ska-Punk, wie man ihn unter anderem von Rantanplan, Sondaschule oder 100 Kilo Herz kennt. Die Bläser setzen melodische Akzente, während Gitarren, Bass und Schlagzeug genügend Druck erzeugen, damit die Stücke nicht zu harmlos oder gemütlich wirken. Die Songs sind tanzbar, besitzen aber gleichzeitig eine punkige Schärfe. Mal lädt die Musik zum Skanken ein, mal eher zum Pogo – und häufig funktioniert beides gleichzeitig.
Inhaltlich bewegen sich MakaBar zwischen Alltagswahnsinn, Ironie und gesellschaftlichen Beobachtungen. Die Band schaut zurück in die Vergangenheit, beschäftigt sich mit absurden historischen Erzählungen und erzählt von wenig erfreulichen Begegnungen im Arbeitsleben. Dabei wird nicht mit erhobenem Zeigefinger doziert. MakaBar setzen lieber auf Übertreibung, schwarzen Humor und pointierte Geschichten. Hinter der ausgelassenen Oberfläche steckt deshalb oft mehr, als man beim ersten Hören vermuten könnte.
Ein gutes Beispiel dafür ist die bereits vorab veröffentlichte Single „Geschichtslehrer“. Der Song verbindet einen eingängigen Ska-Punk-Rhythmus mit einem Text, der sich auf humorvolle Weise mit Geschichte, Halbwissen und fragwürdigen Erzählungen auseinandersetzt. Gerade diese Mischung ist typisch für MakaBar: Die Musik sorgt für Bewegung, während die Texte genügend Stoff liefern, um genauer hinzuhören.
Auch an anderen Stellen zeigt das Album, dass die Band keine Angst vor ungewöhnlichen Themen hat. Ein romantischer Ausflug nach Neuschwabenland steht ebenso auf dem Programm wie eine Spätschicht mit dem sogenannten Lieblingskollegen. Die Geschichten wirken bewusst überzeichnet, sind aber häufig nah genug am wirklichen Leben, um einen gewissen Wiedererkennungswert zu entwickeln.
„Hinlänglich belegt“ erfindet den Ska-Punk sicherlich nicht neu. Das scheint allerdings auch gar nicht das Ziel von MakaBar zu sein. Die Band konzentriert sich auf das, was sie besonders gut kann: flotte Songs, groovende Rhythmen, kräftige Gitarren, wirkungsvolle Bläser und Texte mit Humor und Haltung. Daraus entsteht ein Album, das Spaß macht, ohne völlig belanglos zu werden.
Wer deutschsprachigen Ska-Punk mag und bei Bands wie Rantanplan, Sondaschule oder 100 Kilo Herz gerne lauter dreht, sollte MakaBar unbedingt eine Chance geben. „Hinlänglich belegt“ ist ein kurzweiliges, energiegeladenes Album, das nach Bühne, Bewegung und einem verschwitzten Clubkonzert klingt. Oder anders gesagt: Der Titel mag „Hinlänglich belegt“ lauten – dass MakaBar jede Menge Spielfreude besitzen, ist nach diesen zehn Songs sogar zweifelsfrei belegt.
MakaBar: Vergangenheit (3:56)


